Wenn ich mit jemandem spreche über visuelles Denken ist es ein verbreiteter Irrtum, dass es sich handelt um mehr Zeichnen und Illustrieren und weniger Gebrauch von Wörtern. Aber visuelles Denken hat nichts mit zeichnerischen Fähigkeiten zu tun. Man kann gut visuell Denken mit nur Worte. Sie müssen die nicht einmal aufschreiben, obwohl das einige Übung erfordert. Bilddenker haben es da einfacher.

Aber was ist visuelles Denken dann?

Visuelles Denken ist die Art Gedanken zu ordnen und damit Ihr Denken und Ihre Kommunikation zu verbessern. Es hat zu tun mit nicht-linearen Denken, ganzheitliches Denken und Konzeptdenken. Dies im Gegensatz zu geschriebenen Text, der im Wesentlichen linear ist.

Visuelles DenkenDies bedeutet nicht, dass visuelles Denken keine Ordnung kennt, im Gegenteil. Wie im Bild zu sehen ist, erkennt man oft eine Anzahl von Schritten. Gutes visuelles Denken nutzt den Raum zwischen den Objekten um detailliertere Informationen zu erfassen. Und das ist nicht das Gleiche wie ein neuer Absatz in einem linearen Text. Die Größe der Objekte kann Bedeutung haben, denke z.B. an Texte mit Groß- und Kleinbuchstaben. Es können Details in einem Kontext hinzugefügt werden, um sowohl das größere Bild als auch die Details zu sehen.

Werkzeuge

Um unsere internen Denkprozesse klar festzulegen gibt es verschiedene Werkzeuge. Ich verwende regelmäßig Mind Mapping und Concept Mapping. Varianten darauf helfen bessere Entscheidungen zu treffen oder möglichen Szenarien zu erarbeiten – zum Beispiel nach einem Brexit. Flussdiagramme helfen unser visuelles Denken in Prozessen zu verbessern. Aber auch Diagramme und Skizzen visualisieren Zusammenhänge. Das Business Model Canvas ist ein gutes Beispiel dafür.

Do it yourself!

Es ist wichtig, Ihre Gedanken selbst zu ordnen, einzeln oder in der Gruppe. Mit sich selbst oder mit anderen über die Informationen und deren möglichen Zusammenhänge zu reden, ergibt Schritt für Schritt ein (gemeinschaftliches) Bild und damit Verständnis. In Gruppen (Crowd Mapping) führt diese Art von Arbeiten automatisch zu einem Dialog anstatt eine ja-nein Diskussion. Das führt zu Engagement für die nächsten Schritte im Prozess.