Ich brauche mich nur anzustrengen eine Lösung zu finden, wenn ich etwas auch wirklich als Problem erfahre. Das hört sich logisch an. Aber wenn das schon so ist, warum fangen wir dann oft einen Brainstorm an ohne zuerst das unterliegende Problem zu erforschen? Warum arbeiten wir an die Verbesserung von Arbeitsprozessen bevor wir mit allen Stakeholder auf der Suche gehen nach die Verbesserungsgründe?

Nur wenn wir etwas als ein Problem erfahren ist unser Gehirn bereit eine Einspannung zu liefern! Einige Beispiele:

Brainstorm

Ende letzen Jahres begleitete ich einen Brainstorm mit 25 Teilnehmern. Die Frage war: wie kommen wir zu einem erfolgreichen Angebot wobei auch das nachfolgende Projekt noch gewinnbringend ist?  Dieses Projekt auf bestehende Art und Weise durchführen würde bestimmt Verluste mit sich bringen. In erster Instanz war es wichtig dafür zu sorgen dass jeder das gleiche Bild bekommt von der Situation und diese auch als Problem empfindet. Wegen der Gruppengröße wurden fünf gemischt zusammengestellte Kleingruppen gebildet die alle den Auftrag bekamen eine SWOT-Analyse der Situation zu machen. Dadurch dass wir Gebrauch machten von der Mindmapform wurden die Teilnehmer stimuliert weiter zu assoziieren auf den gefundenen Themen. Die fünf SWOT’s wurden dann an einander presentiert wonach mit Hilfe von Aufklebern die wichtigsten Swächen und Bedrohungen gewählt wurden.

SWOT templateDer wichtigste Effekt war natürlich dass alle Teilnehmer überzeugt waren von der Notwendigkeit mal echt nachzudenken über mögliche Lösungen. Damit entstand eine solide Basis für den eigenlichen Brainstorm.

Lean Process Mapping

Process MapIn meinem Buch ‘Process Mapping’ mache ich einen Unterschied zwischen ‘ist’, ‘soll’ und ‘könnte’. Um das commitment von allen Stakeholder zu haben ist das abbilden der Ist-situation von großer Bedeutung. Vor einigen Monaten begleitete ich eine Gruppe von Mitarbeitern bei eine Produktionsfirma. Mit Hilfe von Aufklebern und fünf Meter braunes Papier bildeten die Mitarbeiter den aktuellen Prozess ab. Je kompletter die Process Map wurde, je stiller wurden die Mitarbeiter. Sie sahen buchstäblich die Pobleme, und auch diejenigen die bis dann keinen Grund sahen für Veränderung waren jetzt gerne bereit mit zu denken über Verbesserungen.

 

Wicked Problems

Aber was wenn das Problem zu kompliziert und schwer ergreifbar ist? Wir sprechen dan über sogenannte Wicked Problems wobei ein lineäres Vorgehen nicht funktioniert und es DIE Lösung nicht gibt. Probleme die erst klarer werden dadurch dass man an möglichen Lösungen arbeitet um so einen Schritt weiter zu kommen. Eigentlich funktioniert unser Gehirn auch so, das hat sich in tagtäglichen Situationen schon mehrere Lösungen ausgedacht bevor wir uns überhaupt bewust werden das es ein Problem gibt.

Dialogue MapWicked problems fragen um eine Arbeitsweise die sorgt für ein gemeinsames Bild, ein gemeinsamer Begriff und damit Übereinstimmung. Dialogue Mapping ist u.A. eine Form die dazu passt. Diese Arbeitsweise sorgt auch dafür dass eine Diskussion übergeht in einem Dialog. Sie sorgt für mehr Übersicht und eine tieferen Begriff.